Architekturfotografie
Architektur- fotografie
Kompetenz im Bild
Das Maß der Dinge
Man sagt, dass die Architektur die Erfahrung des Raumes ist. Und die erste Erfahrung, die die Menschen beim Errichten ihrer Bauten gemacht haben, war die Notwendigkeit des lotrechten Bauens und der unmittelbare zwingende Zusammenhang durch den rechten Winkel zur Waagerechten. Beide gehören zu den unumstößlichen Erfahrungen, die dem Menschen bis heute dienen.
Alle großen Maler der vergangenen Epochen haben die bedeutenden Gebäude Ihrer Zeit im Bild festgehalten. Eine besondere Sorgfalt haben sie daraufgelegt, dass die Senkrechten auch wirklich senkrecht abgebildet wurden.
Die erste Architekturaufnahme in Deutschland wurde im März 1837 mit dem noch sehr jungen Medium der Fotografie von Franz von Kobell gemacht. Sie zeigt die Türme der Münchner Frauenkirche. Der Fotograf sah sich genau wie die alten Meister der Malerei der senkrechten und winkeltreuen bbildungspräzision verpflichtet. Diese Verpflichtung ist bis heute das Rückrad der professionellen Fachfotografie in der Architektur.
Was Sie erwarten können
Fotografenhandwerk für historische Bauten und Denkmalschutz
Verlässt man den Pfad der fotografischen und optischen Gesetzmäßigkeiten und vernachlässigt die handwerkliche Präzision, so erhält man unweigerlich stürzende Linien. Gebäude fallen nach hinten um und scheinen in sich gedreht zu sein. Bei solchen Abbildungsfehlern spricht man von „torkelnden Linien.“ Horizontlinien sind nicht waagerecht. Eine Aufnahme ist dann nicht mehr viel wert, weil sie „geknipst“ ist und nicht das zeigt, was gezeigt werden soll. Damit werden alle Ihre Bemühungen eines guten Fotos und einer positiven Darstellung von viel Aufwand und Mühe vernichtet.
Das Geheimnis - der Bildaufbau
Aussagekraft des Bildes
Der Fachfotograf hat die Kenntnis und die Ausrüstung, Architektur innen wie außen gekonnt in Szene zu setzen. Die Lehre vom Bildaufbau, der Lichtführung und der fehlerfreie Umgang mit der mehrfach verstellbaren Fachkamera zur Umsetzung in das gewünschte Bild ist gelerntes Fotografenhandwerk. Amateurfotografie kann das nicht ersetzen.
Vielleicht kann man zu einem geringen Maße das Bild am Computer manipulieren, dass die handwerkliche Unzulänglichkeit ein wenig kaschiert wird. Wenn der Fotografierende nicht über die Kenntnisse und Fähigkeiten eines erfahrenen Fotografen verfügt, dann kann ein Foto nur sehr selten die entsprechende Aussagekraft haben.
Ein Virtuose auf der Geige oder am Klavier kann seine falsch gespielten Töne auch nicht digital korrigieren.
Schaut man sich die Vielzahl der „geknipsten“ Fotos von wahrlich historischen Gebäuden an, so scheint es, dass die Inflation der heutigen Bilder die Gesetzmäßigkeiten der Senkrechten und des rechten Winkels ad absurdum geführt hat.
Das Auge entscheidet
Die Seele eines Gebäudes
Besitzer und Trägerschaften alter Schlösser, Burgen und Häuser haben die Verantwortung für diese historischen Bauwerke geerbt und übernommen. Das ist der essenzielle Beitrag dieser Menschen, die Kultur eines Landes oder einer Region fortzuführen. Es wird sehr viel Mühe, enormes handwerkliches Können und noch mehr Geld in den Erhalt ihres alten Kulturgutes investiert, um diese Werte zu erhalten.
Jedoch der letzte Schritt dieser Anstrengungen, die der öffentlichen Bildpräsentation, wird leider viel zu oft vernachlässigt. Häufig sind in diesem Zusammenhang dann Sätze wie „Mein Neffe hat auch eine sehr gute Kamera …“ zu hören. Damit sind zuvor gemachten Anstrengungen zunichte gemacht.
Gebäude haben eine Seele, sie sprechen mit Dir, sie zeigen sich von Ihrer schönsten Seite und sie geben Dir Schutz und Wärme. Sie beherbergen Deine Wünsche und Träume und sie behalten Deine intimsten Geheimnisse für sich. Schau Dir die Seele Deines Gebäudes an. Denn nur die handwerklich perfekte Fotografie ist der Schlüssel zur Seele des Gebäudes. Und nur Du kannst mit diesem Schlüssel in die Seele Deines Hauses eintauchen.
Innenaufnahmen zeigen viel mehr als Außenaufnahmen die Seele eines Bauwerks.
Sie zeigen den Arbeitsprozess, das Produkt, die Dienstleistung oder sie machen Geschichte sichtbar. Sie zeigen das Gesicht Ihrer Arbeit. Wie auch bei den Außenaufnahmen ist die Einhaltung der fotografischen, handwerklichen Präzision von größter Wichtigkeit.








